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PRG unterstützt eine brillante Girls Aloud Tour-Produktion

Girls Aloud sind nach 11 Jahren erstmals wieder auf Tour mit ihrer fabelhaften "Girls Aloud Show"-Tournee. Diese lebhafte, pop-tastische Collage aus mitreißenden Hits, die die Klänge der Nullerjahre prägten, wurde von Beth Honan inszeniert und von Peter Barnes beleuchtet. 

Die Beleuchtung, Videos, Automatisierungs- und Rigging-Equipment – darunter einige neue innovative Lösungen – sowie die Crew wurden von PRG UK für Production North bereitgestellt. Iain Whitehead überwachte alle technischen Produktionselemente der ersten Tour-Etappe, die durch die UK- und irischen Arenen führte, einschließlich fünf ausverkaufter Abende in der Londoner O2 Arena. 

Yvonne Donnelly, Account Manager bei PRG UK, koordinierte das Projekt. Einer der vielen Vorteile der Zusammenarbeit mit einem Produktionsspezialisten wie PRG ist die Abwicklung aller visuellen Gewerke aus einer Hand, was Kommunikations-, logistische und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Hinzu kommt, dass PRG umfassende weltweite Unterstützung und Kontinuität für jede Produktion bietet. 

Yvonne: „Es war eine absolute Freude, mit Iain und dem kreativen Team an dieser bahnbrechenden Tournee zusammenzuarbeiten, bei der wir unser neu entwickeltes RollCat-Tracking-System neben unserer bewährten Icon-Reihe und den neuen VL3600-Follow-Spots präsentieren konnten. Ein Team-Effort, der ein großer Erfolg wurde.“ 


Beleuchtung & Design 


Der Beleuchtungsdesigner Peter Barnes hat umfangreiche Erfahrung in der Beleuchtung von großen,  glänzenden, energiegeladenen Popshows und versteht es, die einzigartigen Nuancen, Dramen und Dynamiken dieses Performance-Genres einzufangen und den gesamten Veranstaltungsort strahlen zu lassen. 

Er arbeitete erstmals 2005 mit Girls Aloud zusammen und beleuchtete auch die letzte „Ten: The Hits“-Tour im Jahr 2013. Er hat auch an verschiedenen anderen Projekten mit Beth Honan zusammengearbeitet. Beth, die auch für die prägnante und hochwirksame Choreographie verantwortlich war, hatte bereits klare Vorstellungen davon, wie die Bühne aussehen sollte. Sie wollte einen sauberen, modernen Raum mit einer epischen Präsenz und einem Hauch von Modenschau-Ästhetik in Form eines Catwalks und einer B-Bühne, um die Girls physisch unter ihre Fans zu bringen. 

Peter nutzte die beiden 10,8 Meter breiten und 7,2 Meter hohen Leinwände auf der Bühne und die 30 Meter breite Bühne als Ausgangspunkt für das Lichtdesign der Produktion. 

Die 25 Meter RollCat-Traversen - eine PRG-Eigenentwicklung aus dem Hause Moveket -, die mittig über die gesamte Länge des Aufbaus gespannt waren und zu Beginn des zweiten Showabschnitts für einen High-Impact-Motorrad-Flugstunt verwendet wurden, verhinderten dass außer den beiden abgehenden Rückentraversen weitere Elemente befestigt werden konnten. 

In der Bühnenmitte, der Lücke zwischen den beiden Bühnenbildschirmen, standen vier Traversentürme, die die Reihe der Beleuchtungspositionen fortsetzen. An den Rändern der beiden Leinwände auf der Bühne wurden zwei weitere Traversentürme aufgestellt. Diese sechs architektonischen Elemente boten hervorragende Beleuchtungspositionen für die Erzeugung von Effekten und Looks sowie für den praktischen Zweck der Beleuchtung der Bühne und der Künstler.  

Die Türme wurden ebenfalls neu von PRG angeschafft. Sie bestehen aus 1- und 2-Meter-Komponenten und lassen sich für den Transport in Dollies verpacken, wodurch sie in den drei vollgepackten Lkws platzsparend verstaut werden können. 

Oberhalb und auf jeder Seite der Hauptbildschirme hat Peter Beth zudem eine doppelte Reihe von Standard-Traversen anbringen lassen, um die Beleuchtung der 60 Fuß breiten Bühne zu unterstützen. Dies wäre nur von einem 10 Fuß breiten Mittelsteg aus extrem schwierig gewesen.  

Sowohl die vorderen als auch die hinteren Schienen an diesen Traversen wurden für über- und untergehängte Beleuchtungskörper verwendet, was die Tiefe betonte, eine optische Magie hinzufügte und optisch die Menge zu erhöhen! 

Alle diese Traversen wurden mit den PRG-eigenen Icon Edge-Multifunktionsscheinwerfern ausgestattet, die die Leistungsträger dieses Designs waren. 

Zwei weitere Traversen (links und rechts), die ebenfalls mit Icon Edges und einigen Robe Spiider LED-Wash-Scheinwerfern bestückt wurden, fungierten u.a. als Schlüsselbeleuchtung entlang der Start- und Landebahnpositionen sowie als Lichtquelle für die interaktiven Momente im Publikum. 

Eine kurze Vorlauftraverse vor dem Ende der Start- und Landebahn wurde mit fünf Vari*Lite 3600 geriggt, die alle auf vier (+ 1 Ersatz) PRG Ground Control Remote Follow Spot Systemen liefen.  

Das V*L 3600 ist der neueste Scheinwerfer, der jetzt auch von der Ground Control Plattform unterstützt wird. Die Ground Control Basisstationen befanden sich rechts von der Bühne und wurden von vier der 12 LKW-Fahrer der Tournee bedient. 

Der PRG Ground Control ist auch die erste Wahl von Lichtregisseur und Operator Chris Scott für die Fernsteuerung von Follow Spots. Hierfür geibt es verschiedeste Gründe wie z. B. die physische Beschaffenheit der Steuer-'Paddles', die vergleichbare Armpositionen wie bei der Bedienung eines klassischen Follow Spots bieten.  
 
Der Boden blieb relativ frei - nur eine Reihe Vari*Lite 3600 sowie Solaris Stroboskopen/Flutlichtern wurden entlang der Rückseite aufgereiht. 

Die Icon Edges wurden auf allen Traversen verteilt - auf den mittleren Doppeltürmen und den äußeren Leinwandtürmen, auf den hinteren Array-Traversen, auf den Rückentraversen über der Start- und Landebahn und auf den Seitentraversen - insgesamt waren ganze 68 Leuchten verbaut. Sie bildeten das Rückgrat der gesamten Produktion und wurden mit Bedacht und Geschick eingesetzt, so dass Peter und der Programmierer Jake Humphries eine Vielzahl von Szenen und Effekten konstruieren konnten, die das Tempo während des 90-minütigen Sets hochhielten. 

Zur Auswahl standen außerdem 20 x Robe Spiiders für die Seitentraversen, 22 x GLP X4 LED-Leisten an den Rückentraversen und 16 x Vari*Lite 3600 einschließlich der fünf Follow-Spots.  

Zudem wurden siebzig 3 Meter lange ACME PIXEL LINE LED-Leisten eingesetzt, um vertikale Lichtlinien zu erzeugen, die die hinteren Türme und die Länge der Startbahn-Traversen entlang verliefen. Diese waren so programmiert, dass sie der Performance eine weitere Ebene fließender und dramatischer kinetischer Bewegung verlieh, während 18 x ROXX 4-Lite-Blinder die seitlichen Traversen zierten, um das Publikum und die Startbahn zusätzlich hervorzuheben. 

Für eine Show dieser Größe und dieses Ausmaßes handelte es sich zwar um keine große Anzahl von Scheinwerfern, aber wenn man sie intelligent und überlegt einsetzt, sind sie von großem Nutzen, da die Beleuchtung bis zu den Schlussakkorden des Bühnenbildes immer wieder für aufsehenerregende Momente sorgt. 

Peter und sein Team verbrachten fünf Tage mit konzentrierten Vorbesichtigungen bei Zeal Live in Basingstoke, gefolgt von fünf Tagen Produktionsproben auf der George Lucas Stage in Elstree, wo sie von Chris Scott unterstützt wurden. Gemeinsam feilten sie an den ersten Bausteinen, entwickelten die Show und programmierten das grandMA3 Pult.

Die Show war eine ausgewogene Mischung aus perfekter Beleuchtung, vielen dramatischen Effekten und großen, farbenfrohen und bewegungsreichen Bildern, die sich mühelos mit den Videoinhalten, der Show und der tadellosen Choreografie verbanden. 

Peter und Chris griffen hier auf einen, für die Beleuchtung populärer Künstler in den 2020er Jahren, populären Ansatz zurück: Neben der Beleuchtung für begeisterte Fans in einem großen Veranstaltungsort muss die Beleuchtung auch so sein, dass Bilder, die mit dem Handy aufgenommen und auf SoMe gepostet werden, fantastisch aussehen, was ein ständiger Druck ist! Das unterstreicht auch die Bedeutung einer guten Grundbeleuchtung. 

Für Chris Scott war es die erste Zusammenarbeit mit Peter, nachdem er von Yvonne von PRG empfohlen wurde. Hier hatte er zuvor viele Jahre lang hauptberuflich in der Veranstaltungsabteilung gearbeitet.  

Chris arbeitet schon seit einigen Jahren mit der grandMA3 und schätzt die Flexibilität und Leistungsfähigkeit von Features wie Recipes, die bei dieser Show ausgiebig genutzt wurden. Das Lichtsteuerungsnetzwerk umfasste PRG SuperNodes und Limicore LumiNodes. 

Chris betonte abschließend, dass er die ruhige und freundliche Atmosphäre auf der Tour und die Zusammenarbeit mit „einem brillanten Team“, zu dem auch PRG-Crewchef Alex Peters, Colm Robinson, der sich um die Dimmer kümmerte, und die Lichttechniker Dominic White und Stuart Wright gehörten, sehr schätzte. 

Wie Chris ist auch der Leiter der Beleuchtungscrew, Alex, jetzt freiberuflich tätig, nachdem er 12 Jahre lang hauptberuflich für PRG gearbeitet hat. Für ihn bestand die wichtigste Aufgabe darin, die tägliche Logistik zu koordinieren, um die Show auf die Bühne zu bekommen und sicherzustellen, dass der Aufbau reibungslos und effizient verläuft. 

Die immense Länge des zentralen Rückgrats bedeutet, dass die Traversen in einer bestimmten Reihenfolge aufgebaut werden mussten, was die gesamte Bodenfläche einer durchschnittlich großen Arena beanspruchte und die Lichttechnik somit vor die Automatisierungs- und Videogewerke stellte. Dies erforderte besondere Koordination um die Arbeiten der verschiedenen Gewerke nicht zu beeinträchtigen. Nach einigen Shows der Tournee war der Prozess jedoch bereits so gut eingespielt, dass die Bühne schon um die Mittagszeit eingerollt werden konnte. 

Automatisierung 

Automatisierungssysteme liegen bei Liveshows nach wie vor im Trend, wobei es wichtig ist, sie nicht zu sehr als Instrument für theatralische Darbietungen zu nutzen, und die Girls Aloud Show ist ein gutes Beispiel dafür. 
PRG investierte in jüngster Zeit in umfangreiche neue Moveket-Automationsanlagen, von denen einige auf dieser Tournee zum Einsatz kamen, darunter auch die Rollcat-Trackertraverse, die von Peter MacDonald betreut wurde. 

Mark Wade von PRG kümmerte sich um die ursprünglichen Automatisierungsanforderungen der Tour und spezifizierte das System, das auf Moveket i-Motion Winden basierte - die VMS-S 125-3-30 - mit einer Traglast von125kg, die in Standard 52cm Traversen passen und SIL3-zertifiziert sind für den Personenflug. 

Der Hauptstunt mit den fliegenden Motorrädern folgte, nachem die Band „Wake Me Up“ anstimmte. Sorgfältig durch Licht und Rauch maskiert, tauchten sie plötzlich hinter der Bühne auf den Motorrädern auf, von denen jedes von drei Winden angehoben wurde.  

Im Abstand von 5 Metern wurden die vier Räder 25 Meter bis zum Ende der Startbahn gefahren, wo sie sanft auf der Bühne landeten und die Künstlerinnen sicher abstiegen. Das Publikum war begeistert von diesem WOW-Moment. 

Die 12 x Moveket-Winden wurden in den Traversen im Dach positioniert, die Antriebseinheiten befanden sich alle auf der Bühne am Boden. Da die Verfahrwege dies zuließen, war es sinnvoll, das Herzstück des Systems vollständig zugänglich zu machen.  

Die Entscheidung für Winden anstelle von Kettenzügen war hierbei eine rein kreative Entscheidung, da die Seile der Winden viel weniger sichtbar waren. 
Die Winden wurden gleichzeitig auch für die vier Plattformen genutzt, auf denen die Band zu Beginn der Show vom Boden aus in die Höhe stieg, und am Ende der Show um den Hologaze-Vorhang fzu bewegen. 

Alle Automatisierungs-Cues wurden über eine Moveket i-Motion Expert III Konsole gesteuert. Peter betonte, dass das Frontend „sehr praktisch und benutzerfreundlich“ ist, vor allem in Bezug auf die Sicherheit, da für jeden Cue-Stack unterschiedliche Sicherheitsstufen programmiert werden können, z.B. erfordert ein Cue für das Herablassen von Drähten nicht die gleichen Sicherheitsstufen wie ein Cue für fliegende Personen. Um sicherzustellen, dass nichts dem Zufall überlassen wird, haben zudem zwei Spotter auf der Bühne alles im Blick gehabt, während die Künstlerinnen auf die Bikes stiegen und sicher in ihre Gurtzeugegeschnallt wurden.

Auch die Windenantriebe wurden mit einer synchronen Sicherheit ausgestattet, so dass sie sich nur gemeinsam bewegen konnten. Einige der Show-Cues wurden manuell ausgeführt, andere wurden per Timecode von der Audiospur ausgelöst. 

Die größte Herausforderung für Peter und sein Team - bestehend aus Will Gallegos und Thijs Verplaetse, von PRG Belgien - bestand darin, sicherzustellen, dass alles in der verfügbaren Zeit aufgeriggt und fertig war. 

Video 

Die Videoabteilung wurde von Stevie Marr geleitet und umfasste das einzige weibliche Mitglied des technischen Teams, Izzie Everatt, die seit fünf Jahren Vollzeit bei PRG arbeitet und seit zweieinhalb Jahren in der Videoabteilung - die sie liebt - tätig ist. 

Die Screens bestanden aus neuen INFiLED-Produkten, die Teil eines weietern größeren Kaufs von LED-Bildschirmen durch PRG waren. 

Die beiden mittleren Bildschirme wurden aus INFiLEDs TITAN-X 8,3 mm Produkten gebaut und von zwei hochformatigen IMAG-Bildschirmen flankiert, die 7 m hoch und 4 m breit waren und aus INFiLED AR P4 bestanden. 

Die Bildschirme wurden sowohl für die physische Szenografie als auch für die Storyline mit einer Mischung aus Playback-Inhalten - die auf zwei neuen Pixera-Medienservern gespeichert wurden - und IMAG-Filmmaterial bespielt. Die auffälligen Inhalte versetzten die Aufführung in eine echte 3D-Realität und trugen dazu bei, das Tempo und die Spannung aufrechtzuerhalten. Sie wurden von Neil Harris, Caspar Wain und Jos Taylor vom Motion-Design-Spezialisten SHOP in enger Zusammenarbeit mit Beth entwickelt.   

Alle Inhalte der Wiedergabe wurden per Timecode von der Audiospur abgerufen. Es beinhaltete umfangreiches Filmmaterial über das fünfte Mitglied von Girls Aloud, die verstorbene Sarah Harding. Was zu mehreren emotionalen Momenten während des Sets führte.  

Für einen schnellen, coolen Mix, der von Ivan Youlden mit einem BMD (Black Magic Design) ATEM Constellation 4 M/E Switcher geschnitten wurde, kam ein Vier-Kamera-Paket von Sony HXC 300 zum Einsatz. Zwei der Kameras wurden mit Weitwinkelobjektiven im Orchestergraben und zwei am FOH für lange Aufnahmen positioniert.  

Während der Zugabe schwebten Hologramme über die Bühne.  Die Girls Aloud standen dahinter und wurden von einem Barco UDM 4K30 Projektor mit einem UDX 9.38 90-Grad-Objektiv (Periskop) auf die Bühne projiziert. Der Projektor - technisch betreut von Mike Dorrie - öffnete sich durch eine Falltür an der Seite eines der B-Bühnengänge und trug dazu bei, die spektakuläre Show zu einem denkwürdigen theatralischen Abschluss zu bringen.